Koray Yılmaz-Günay

Lob und Notwendigkeit der Asymmetrie. Zur nationalen Funktion der Islam-Debatten in Deutschland.

{itpsharepoint}Ob es ein Gesicht ist, das uns in der U-Bahn gegenüber sitzt, oder unser eigenes im Spiegelbild: Wir sind oft geneigt, ein Ebenmaß zu suchen, das uns die Orientierung, die Einordnung, die Kategorisierung erleichtert. Räume, Plätze, unsere Paar-Beziehungen, die Anordnung der Möbel, alles scheint geprägt vom Wunsch, der vielleicht schon unsere ersten Zeichnungen noch vor der Schulzeit geleitet hat: dem Bestreben, es möge irgendwie zueinander passen, was auf den beiden Seiten einer fiktiven Achse liegt. Alles soll symmetrisch sein, alles soll sich so fügen, dass es sich zur Not zweidimensional in einem Schaubild darstellen lässt. Alles andere ist uns irgendwann nicht mehr erträglich. Je weniger sichtbar die Verwerfungen des Alltags und der Realität sind, desto bequemer lässt es sich leben. Im Schema. Je eng der Horizont, desto Schublade die Wahrnehmung der Welt.

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«Muslimische» Jugendliche und Homophobie – braucht es eine zielgruppenspezifische Pädagogik?

{itpsharepoint}Sieht man einmal ab von terroristischen Anschlägen, stehen in den Debatten über «den Islam» bzw. «die Muslime» in Deutschland vor allem Geschlechterrollen und sexuelle Orientierungen im Fokus der Aufmerksamkeit (Bedeutung des Kopftuchs, so genannte «Ehren»-Morde, schwulen- und lesbenfeindliche bzw. häusliche Gewalt, «Zwangsheiraten» etc.). Die Öffentlichkeit diskutiert diese Fragen in einer Breite, wie es in der Bundesrepublik Deutschland selten vorkommt. Auffallend ist dabei, dass in aller Regel nicht mit Muslim_innen[1] gesprochen wird, sondern über sie – dies gilt sowohl für die Politik als auch für Verwaltungen und die Zivilgesellschaft.

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Verein für Demokratische Kultur in Berlin

Der VDK ist Träger der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin und des Projekts Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus in kommunalen Gremien Berlins – Dokumentation und Analyse. Ich habe zwischen 2005–2008 beim VDK gearbeitet und bin derzeit Mitglied. Hier finden Sie weitere Informationen.

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Live

Smash Transphobia in der Frobenstraße!

Die Berliner Vereine → GLADT, → Hydra, → Subway, → Treberhilfe und → TransInterQueer riefen für den 4. September 2009 gemeinsam zu einer Demonstration gegen Gewalt gegen Sexarbeiter_innen in der Schöneberger Frobenstraße auf. Anlass waren mehrere gewalttätige Übergriffe in den vorangegangenen Wochen. Treffpunkt war die Ecke Froben-/Bülowstraße in Schöneberg, wo seit über 100 Jahren angeschafft wird.

https://www.youtube.com/watch?v=Yp5uSb9_2F8
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«Andere Realitäten – gleiche Homophobie»

{itpsharepoint}Hat Homophobie unter jungen Muslimen religiöse oder kulturelle Ursachen und Motive? Und gibt es Besonderheiten, die man in der Prävention und pädagogischen Begegnung von homophoben Einstellungen unter Muslimen berücksichtigen muss? Für Koray Yılmaz-Günay steht fest, dass der Hass auf Schwule und Lesben vor allem durch «kulturübergreifende» Faktoren bedingt ist.

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Rezensionen

Unter dem Schleier

Rezension zu Murathan Mungan (2008): → Tschador. Aus dem Türkischen von Gerhard Meier. München: → Blumenbar.128 Seiten, gebundenISBN: 393–6–738–416 (vergriffen)Die Rezension ist erschienen in: → Siegessäule 10/2008, Oktober 2008, Seite 28. Nach einem…
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«Ein echter Mann hat einen Sohn. Die Geschichte des Mannes in der Türkei von seiner Geburt bis zu seinem Vatersein» – Die Geschichte des Mannes in der Türkei von seiner Geburt bis zu seinem Vatersein

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Ob es auf eine instinkthafte Fortsetzung des Familiennamens oder dem Beibehalten der Herrschaft zurückgeht – ein Säugling, der sich nach der Geburt als Junge herausstellt, hat immer noch einen höheren Stellenwert als seine femini-nen Kolleginnen. Auch wenn seit Urzeiten in Sagen und Mythen Geschichten des Jungen erzählt werden, der sich be-dingungslos der Mutter unterwirft, deckt sich das selten mit einer Realität, in der Männern beigebracht wird, dass Mädchen und Frauen das «schwache» Geschlecht sein müssen. Für die Zukunft der Gesellschaft ist der Mann ohnehin wichtiger; mit seiner Bestimmung und Durchsetzungsfähigkeit sichert er das Fortbestehen des Systems, dessen Herr er gleichzeitig ist und bleiben will. Seine Kühnheit und sein Mut gereichen der gesamten Familie zur Ehre – so wie die Sittsamkeit der Frau. Schon das ungeborene Kind ist konfrontiert mit einer der beiden vorgesehenen Rollen: «Ein ech-ter Mann bekommt einen Sohn», heißt es in einem türkischen Sprichwort. Und wehe, wenn ein Säugling diese Erwar-tung enttäuscht!

 

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Interviews

«Verschiedenheit und Recht und Freiheit»?

Claudia Lübcke (2006): «Verschiedenheit und Recht und Freiheit»? Im Gespräch mit Koray Yılmaz-Günay, Vorstandsmitglied von GLADT e.V. In: Verein Bildung und Publizistik (Hg.): → Der Rechte Rand 102 (September/Oktober), Seite 14 f.

Der Verein «Gays & Lesbians aus der Türkei Berlin-Brandenburg e.V.» (GLADT) engagiert sich für die Emanzipation von Lesben, Schwulen, Trans- und Bisexuellen aus der Türkei. Über den Rechtstrend in der Schwulen-Szene sprach Claudia Lübcke mit Koray Yılmaz-Günay, Vorstandsmitglied von GLADT e.V.

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Buchbeiträge

Ist er es – oder ist er es nicht? Zur Frage einer «schwulen» Identität bei türkeistämmigen Migranten in der Bundesrepublik

Koray Yılmaz-Günay (2019): Ist er es – oder ist er es nicht? Zur Frage einer «schwulen» Identität bei türkeistämmigen Migranten in der Bundesrepublik. In: Karl Lemmen, Jutta Schepers, Holger Sweers, Klaus Tillmann (Hg.): Sexualität wohin? Hinblicke. Einblicke. Ausblicke. Berlin: Deutsche AIDS-Hilfe (AIDS-Forum DAH 49), Seiten 197–213.

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Live

Wer bin ich – und wenn ja: wie viele? Über das Gleichzeitige und Ungleichzeitige bei ethnisierten und nicht-ethnisierten Queeren in Berlin

Koray Yılmaz-Günay (2004): Wer bin ich – und wenn ja: wie viele? Über das Gleichzeitige und Ungleichzeitige bei ethnisierten und nicht-ethnisierten Queeren in Berlin. In: In: → Antidiskriminierungsnetzwerk des → Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg (Hg.): → QueerBerlin. Mehrfachzugehörigkeit als Bürde oder als Chance. – Die Gesichter des QueerSeins & MigrantIn/SchwarzSeins, Seiten 16–20.

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Live

Minderheit in der Minderheit – Erfahrungen von nicht-heterosexuellen Menschen aus der Türkei in Berlin und Deutschland

Koray Yılmaz-Günay (2003): Minderheit in der Minderheit – Erfahrungen von nicht-heterosexuellen Menschen aus der Türkei in Berlin und Deutschland. In: Antidiskriminierungsnetzwerk des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg (Hg.): Visionen für ein diskriminierungsfreies Berlin. Die Eröffnungsveranstaltung des Antidiskriminierungsnetzwerks Berlin des TBB am 16. Juli 2003, Seiten 35–37.

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Kunst

Sterben ist geil, jeder sollte es tun. Eine Phänomenologie der ewigen Fragen und ihres Endes

Marmeladenbrote, Gott

Ich finde es nicht prinzipiell verwerflich, dass Menschen an höhere Gewalten glauben. Marmeladenbrote fallen ja tatsächlich immer auf die Seite, die den größeren Reinigungsaufwand verursacht. Warum nicht glauben, dass es da etwas Übermenschliches gibt, das die Dinge so sein lässt, wie sie nun einmal sind… Nennen wir es ruhig beim Namen: Die erste ewige Frage ist immer die nach «Gott».

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Lieblings-Gedichte

Yaşamaya Dair (Nazım Hikmet Ran)

1 (1947) Yaşamak şakaya gelmez, büyük bir ciddiyetle yaşayacaksın                        bir sincap gibi mesela, yani, yaşamanın dışında ve ötesinde hiçbir şey beklemeden,                        yani bütün işin gücün yaşamak olacak. Yaşamayı…
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