Koray Yılmaz-Günay

Autor: Koray Yılmaz-Günay

Tugendterror

Re: «FCK xy»

Ich bin weiterhin erstaunt, dass die angeordnete Penetration (von Trump, AfD, Putin, AKP, in den letzten Tagen: Orbán) dabei helfen soll, die penetrierte Organisation oder Person zu beleidigen, ihren Leumund zu schädigen oder sie zu einem Verhaltenswandel zu ermutigen. Ich erkenne immer noch nichts Ehrenrühriges an rezeptiver Penetration – sehr wohl aber an der Unterstellung, rezeptive Penetration führe zu einem Image-Schaden und/oder sei pädagogisch hilfreich im Sinn derjenigen, die gegen Orbán, AfD, AKP, Putin oder Trump «verteidigt» werden.

read more
Tugendterror

Richtig gute Idee: «Keine Einbürgerung für Antisemiten»

Ich werde es ausgezeichnet finden, dass Menschen, die wegen einer antisemitischen Straftat verurteilt wurden, nicht eingebürgert werden, wie es → die Regierungsfraktionen vorschlagen, jetzt, wo sicher ist, dass die Parlamentspause beginnt und dass dann die Wahlen stattfinden – wo also gar niemand irgendwas beschließen wird. Aber was soll ein Wildschwein aufhalten, wenn es sich an einer deutschen Ayşe reiben will.

Ich werde es ausgezeichnet finden,

read more
Isidora Randjelović. Koray Yılmaz-Günay, Mîran Newroz bei der Aufnahme von Folge #4 des Podcasts «Punch Up»
Interviews

Punch Up

In #4 des Podcasts von Mîran Newroz waren Isidora Randjelović und ich zu Gast – und es ist ein fabelhaftes Gespräch über «früher» geworden: Wie beeinflussen die Kindheit und Jugend…
read more
Tugendterror

Lesen bildet

Vor viereinhalb Jahren habe ich wegen dieser Mitteilung bei Facebook einen Freund (nicht nur bei Facebook) verloren. Ich wünsche mir dieses Mal zwei. Oder sieben. Oder dreiundvierzig. Tschüsschen.
read more
Tugendterror

Hart – härter – SPD

Ich würde gern wissen, woher der Berliner Innensenator seine Meinungen zum Thema Grundgesetz der BRD (und zu anderen Gesetzen der BRD) bezieht. Jetzt bin ich alles andere als ein Jurist – und das ist sicher für alle Beteiligten von Vorteil. Aber ich möchte dem «Genossen» trotzdem ein paar Dinge mit auf seinen Lebensweg geben. Offenbar ist weder in seiner Verwaltungsgliederung noch in seiner Partei oder der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus jemand anderes dazu in der Lage.

read more
Dokumentarfilme

Unvergessen: Stimmen der Opfer des rassistisch-antisemitischen Anschlags in Halle

Am 24. Prozesstag, Dienstag den 8. Dezember 2020, war ich mit Dr. Lino Agbalaka und Nadiye Ünsal in Magdeburg, um für den → Migrationsrat Berlin am Rand des Gerichtsverfahrens zum antisemitischen, rassistischen und frauenfeindlichen Anschlag in Halle am 9. Oktober 2019 mit einigen Überlebenden zu sprechen. Der Prozess am Oberlandesgericht Naumburg wurde im Landgericht in Magdeburg geführt.

read more
Live

Was bewegt uns?!

Auf Einladung des → Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung diskutierten Ferda Ataman, Max Czollek, Sharon Otoo und ich am 16. November 2020 über Handlungsräume für Strategien, Empowerment und Widerstand. Die Idee…
read more
Tugendterror

Warum welches?

Ich würde gern zum Zweck einer gerechten, aber doch sehr strengen Bestrafung erfahren, wer Leuten beibringt, «welche[x]» als Relativpronomen zu benutzen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Kinder von anderen…
read more
Tugendterror

Lockdown-Hölle

Wenn Zoom wegen Internet-Problemen unterbrochen wird und wieder losgeht, steht da: «Eine Verbindung wird aufgebaut.» Welche Verbindung aufgebaut wird, steht da nicht. Dies führt quasi unausweichlich zu folgendem Angst-Traum: Die…
read more
Tugendterror

Ich möchte reden

Manche finden ja, weil die ganzen Sonntagsreden so penetrant sind, dass Antisemitismus sie nicht beschäftigen müsse. Die ganze Lüge vom «christlich-jüdischen Abendland», die kontrafaktische Aussage, Antisemitismus habe «keinen Platz» in «unserem Land», «Deutschland» habe «wieder-gut-gemacht», «bewältigt», «gelernt» (und könnte nun ruhigen Gewissens andere belehren), stinkt aber zum Himmel und zurück. Wenn es tatsächlich so wäre, wie die Zuständigen meinen, müsste hier ungefähr jeden Tag Staats- und Institutionen-Krise herrschen. Nichts dergleichen herrscht allerdings.

read more
Tugendterror

Kleine Heimat, Ekelheimat

Ich kann verstehen, dass Menschen einen Sehnsuchtsort «Heimat» nennen. Wenn sie von einem Ort vertrieben wurden und im Exil leben, wenn Diaspora das einzige ist, was sie kennen, wenn der Ort, am dem sie ihr Leben verbracht haben, unwiederbringlich zerstört ist, wenn die Unbehaustheit das ist, was bleibt – oder wenn der angestammte Ort zwar keine Fremde ist, man aber behandelt wird wie ein_e Feind_in, weil der Mehrheit das Aussehen, der Name, die Sprache, das Gebet oder das Gewürz im Abendessen nicht bekommt. Wenn der Geburtsort ganz offenbar von anderen für andere betrieben wird.

read more
Live

Nicht nur Moria

Lager können für niemanden eine Wohnung sein. Wer zwangsweise mit anderen untergebracht wird, wo zu jeder Uhrzeit andere Zugang haben (dürfen), «wohnt» nicht. «Gemeinschaftsunterkünfte» sind auch dann Lager, wenn sie…
read more
Tugendterror

Gehören die 600.000 Muslim_innen in der Ukraine zu Europa?

Lassen wir mal die Schwierigkeit beiseite zu definieren, was ein «Kontinent» ist, geographisch, kulturell, historisch, erdgeschichtlich, politisch, in Bezug auf internationale Organisationen usw. Sonst müssten wir uns fragen, warum Teile Frankreichs sich bis heute in Südamerika, in der Karibik und im Indischen Ozean befinden (ebenso: UK, Spanien u.a.), wir müssten wissen, ob Grönland geographisch zu Nordamerika, politisch aber zu Dänemark gehört oder nicht. Auf welchem Kontinent Spitzbergen liegt, was die Azoren mit Portugal zu tun haben, wir müssten klären, ob der Bosporus eine natürliche Grenze Europas ist, obwohl westlich davon 3% des Staatsterritoriums der Türkei liegen. Wir müssten wissen, warum Madeira oder die Kanaren «europäische» Inseln sind, obwohl sie wesentlich näher am afrikanischen Kontinent liegen, warum Zypern Mitglied der Europäischen Union ist, obwohl es nirgendwo anders als in Südwest-Asien liegt, warum Fernsehkanäle aus Kanada, Japan, Mexiko, Brasilien, Indien und Hongkong Mitglied bei der «European» Broadcasting Union sind. Wir müssten klären, ob der Ural-Fluss die östliche Grenze darstellt und wie viel Prozent von Russland und Kasachstan dann «Europa» sind…

read more
Tugendterror

Zonk

Die #Tagesschau macht anlässlich von sechs Monaten Anschlag in #Hanau jetzt Reklame für Passivsätze. Passivsätze sind solche Sätze, wo 1. allgemein bekannt;2. unbekannt oder3. unwichtig ist, wer eine bestimmte Handlung…
read more
Tugendterror

Schneepart

Es braucht keine Anlässe, um der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu gedenken. Aber Anlässe, anders herum, stellen es nicht frei zu (ge-)denken. Jedes Mal, jedes einzelne Mal, wenn ich einen Mietwagen zurückgebe, sagt Paul Celan:

read more
Tugendterror

Und, worüber freut ihr euch so?

Als Thilo Sarrazin die Selbst-Abschaffung von Deutschland verkündete – die bisher leider nicht eingetreten ist –, gab es noch kein WhatsApp. Keine Drohnen, die in der Spielzeug-Abteilung zu kaufen waren. Der erste Bitcoin-Block war gerade «geschürft» worden und Netflix war eine Online-Videothek, die per Briefpost DVDs verschickte. Der Südsudan war noch kein Staat. Sechs Jahre nach der – bisher leider nicht eingetretenen – Selbstabschaffung von Deutschland kam Pokémon Go heraus. Was ich sagen möchte:

read more
Zeitschriften/Blogs

Warum ich gegen US-Importe bin

Mitte September 2021 jähren sich die Anschläge von Hoyerswerda zum 30. Mal. Zwischen dem 17.–23. September 1991 hatte sich ein Mob ein «Wohnheim» für v.a. mosambikanische und vietnamesische Vertragsarbeiter_innen der ehemaligen DDR auserkoren, danach ein anderes Haus, in dem in dem v.a. Asylsuchende aus Bangladesch, Ghana, dem Iran, Rumänien und Vietnam untergebracht waren.

Das Wort «wohnten» würde für beide Gebäude einen falschen Eindruck erwecken.

read more
Tugendterror

Läuft bei Preußen!

Das 2004 gelaunchte Berliner Schulgesetz (SPD/DIE LINKE) erstaunte mit der Mitteilung:

§ 1 Auftrag der Schule

Auftrag der Schule ist es, alle wertvollen Anlagen der Schülerinnen und Schüler zur vollen Entfaltung zu bringen und ihnen ein Höchstmaß an Urteilskraft, gründliches Wissen und Können zu vermitteln. […] Dabei sollen die Antike, das Christentum und die für die Entwicklung zum Humanismus, zur Freiheit und zur Demokratie wesentlichen gesellschaftlichen Bewegungen ihren Platz finden.

Ich habe jetzt nicht so viel gegen die Antike (außer das bisschen Sklaverei, eine gewisse Sorglosigkeit in Fragen der Geschlechtergerechtigkeit, die eine oder andere Auslöschung ganzer Zivilisationen und so) oder das Christentum (außer das bisschen Kreuzzug, Pogrom, Kolonialismus, Versklavung, Hexenverbrennung, eine gewisse Distanz zu den Wissenschaften usw.).

read more
Tugendterror

[sic!]

Meine Technik ist so alt, dass «AfD» ein Rechtschreibfehler ist. Das sorgt für esoterische Fragen wie diese: «Vorwärts in die Vergangenheit» statt «Zurück in die Zukunft»?
read more
Tugendterror

E pluribus unum

Ferdinand Tönnies unterschied vor 133 Jahren drei Arten der «Gemeinschaft»: Die Gemeinschaft des Blutes,die Gemeinschaft des Bodens unddie Gemeinschaft des Geistes. Anders als die Gemeinschaften aufgrund von Verwandtschaft und Nachbarschaft…
read more
Tugendterror

#noafdp

Ich wünsche niemandem, tatsächlich «Charlie» gewesen oder vor fünf Jahren durch #JeSuisCharlie «Charlie» geworden zu sein. Denn wer «Charlie» war (und nicht nur vorgab, gewesen zu sein) wäre jetzt tot.…
read more
Tugendterror

Gegen Schande

1. ist das Gefühl moralischer Überlegenheit manchmal intensiver, wenn es nicht durch (vermeintlich) moralische Vokabeln herbeigeredet wird. 2. geht es in den Kontexten, wo «Schande» benutzt wird, nicht um moralische…
read more
Tugendterror

Nostalgie als hergestellte Empfindung

In den 1980er Jahren sagte mein Erdkunde-Lehrer (zugleich Direktor meiner Oberschule) anlässlich meiner mahnenden Worte, die einer gewissen Skepsis gegenüber seinem autoritären Unterrichtsstil Ausdruck verleihen sollten, der aus unerfindlichen Gründen glücklicherweise vergangene Jahrzehnte überdauert hatte:«Geh doch rüber [DeDeEr], wenn es dir bei uns [West-Berlin] nicht passt.» Ich wollte nicht «rübergehen», weil es in der DeDeEr schrecklich aussah. Anders vermutlich als Herr F. war ich gelegentlich in Ost-Berlin. Und ich kam ohne Lepra, Cholera oder einen Gendefekt zurück. Darüber hinaus fuhr ich mit meinen Eltern auf dem Weg in den Sommerurlaub jedes Jahr über die Transitstrecke durch einen Teil des Landes, der für mich ein eigener Staat war, in etwa so «deutsch» und «unser» wie Österreich. Nämlich gar nicht. Aber genauso öde wie das, was ich aus Berlin kannte.

read more
back to top