Koray Yılmaz-Günay
  • AuchGut.com
    Auf den Tag genau zehn Jahre ist → Seyran Ateş nur noch Deutsche. Schön vermutlich, dass diese offenbar pressierende Zugehörigkeitsfrage geklärt werden konnte. «Zumindest auf dem Papier», also auf einem Computer-Bildschirm. Nicht, dass ihr Bekenntnis eine interessante Neuigkeit (gewesen) wäre, das war es unter Umständen schon 2011 nicht. Es war kein literarischer, journalistischer oder sonstiger Meilenstein (anderseits aber sicher auch nicht einer der am tiefsten liegenden Artikel auf dieser Schmuddel-Website). Was mich trotzdem an ihm erheitert – und das schon seit mehreren Jahren –, ist Folgendes: Seyran Ateş teilt mit, sie sei zu einer internationalen Konferenz nach İstanbul eingeladen worden. […]
  • Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz
    Das ✝ als genealogisches Zeichen für «gestoben» passt sicher für viele in Zeitungsannoncen, auf Grabsteinen oder wenn es darum geht, kurz mitzuteilen, dass die Akte ins öffentlich nicht zugängliche Archiv kann, weil das Verfahren aufgrund höherer Gewalt geschlossen ist und nie wieder aufgemacht werden wird. Das ✝ als genealogisches Zeichen für «gestoben», wenn Menschen aufgrund normativer Vorstellungen ermordet wurden, wie z.B. bei der Mordserie des NSU, passt sicher ein bisschen weniger – es sei denn, ich habe vor dem Verfassen eines öffentlich zugänglichen Textes über Menschen, die ich nicht kannte, Recherchen über Vorhandensein, Art und Umfang ihrer Religiosität durchgeführt.
  • Kleine Verbrecher kannste treten, den großen läufste besser hinterher
    Am Kiosk dachte ich heute kurz: Was los, BILD, wühlst du jetzt im eigenen Sumpf? Die Heckler & Koch-«Spenden» an Ernst Burgbacher (F.D.P., ex-parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium oder Volker Kauder (CDU, Ex-Fraktionschef) oder die vielen anderen, natürlich ausschließlich um Arbeitsplätze im eigenen Wahlkreis engagierten MdBs? – War aber selbstverständlich vollkommen unbegründet. Die Sümpfe der anderen sind immer besser für Fango-Packungen… Letztes Jahr haben WirtschaftsRegierungsClans nämlich Rüstung nur im Wert von knapp sechs Milliarden Euro verticken können, und zwar ganz und gar nicht geheim. Von der Summe gab es – über vier lange Legislaturperioden – deswegen auch nur 0,031% Umsatzbeteiligung an […]
  • Re: «FCK xy»
    Ich bin weiterhin erstaunt, dass die angeordnete Penetration (von Trump, AfD, Putin, AKP, in den letzten Tagen: Orbán) dabei helfen soll, die penetrierte Organisation oder Person zu beleidigen, ihren Leumund zu schädigen oder sie zu einem Verhaltenswandel zu ermutigen. Ich erkenne immer noch nichts Ehrenrühriges an rezeptiver Penetration – sehr wohl aber an der Unterstellung, rezeptive Penetration führe zu einem Image-Schaden und/oder sei pädagogisch hilfreich im Sinn derjenigen, die gegen Orbán, AfD, AKP, Putin oder Trump «verteidigt» werden.
  • Richtig gute Idee: «Keine Einbürgerung für Antisemiten»
    Ich werde es ausgezeichnet finden, dass Menschen, die wegen einer antisemitischen Straftat verurteilt wurden, nicht eingebürgert werden, wie es → die Regierungsfraktionen vorschlagen, jetzt, wo sicher ist, dass die Parlamentspause beginnt und dass dann die Wahlen stattfinden – wo also gar niemand irgendwas beschließen wird. Aber was soll ein Wildschwein aufhalten, wenn es sich an einer deutschen Ayşe reiben will. Ich werde es ausgezeichnet finden,
  • Das Verlangen nach Wahrheit und Selbsterkenntnis, um jeden Preis und gegen guten Rat, zwei Beispiele:
    In Nietzsches «Geburt der Tragödie» jagt König Midas lange nach «Silen», einem Dämon, der ihm sagen soll, was das Allerbeste für den Menschen sei. Nach langer Jagd ist der König tatsächlich erfolgreich – aber der Dämon schweigt, bis er genötigt wird zu sprechen:
  • Revolutions-Fahrplanauskunft
    Ich bin überzeugt, dass die Aussage «Gewalt ist keine Lösung» eine sehr, sehr unnütze – und oft moralisch verwerfliche – Aufforderung darstellt, weil sie pauschal richtig sein will: für alle, überall, zu jeder Zeit, in jeder Situation. Es gab und gibt ziemlich viele Fälle, wo’s stimmt, aber auch ziemlich viele Fälle, in denen Gewalt durchaus eine Lösung war/ist, gegen Ideen, gegen Sachen, auch gegen Menschen. In meinem Kopf befinden sich dafür auf einer Liste mindestens 400 reale und fiktive Fälle aus unterschiedlichsten Zeiten, Kontexten und Kategorien, u.a., aber nicht ausschließlich: Tyrannenmorde, Revolutionen, das Wirken der Inglorious Basterds, Selbstverteidigung und so. […]
  • Kopftuch? Auch nur ein Hakenkreuz
    An mir ist das vorbeigegangen, weil ich gewohnheitsmäßig kein Kopftuch, keine Kippa und/oder kein Kreuz trage, weder als Ausdruck von Religiosität noch zum Schmuck – vielleicht auch, weil ich kein Beamter bin, wer weiß: Am Donnerstag hat der Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und AfD ohne Debatte ein Gesetz beschlossen, das dem Staat das Recht gibt, das Erscheinungsbild seiner Beamt_innen zu reglementieren, konkret: das Tragen von manchen sichtbaren Kleidungsstücken, Symbolen, Tätowierungen usw. zu verbieten, und zwar auch dann, wenn sie «religiös oder weltanschaulich konnotiert» sind. Solche «Merkmale des Erscheinungsbildes» können nämlich «durch ihre über das übliche Maß hinausgehende […]
  • Ganz, ganz unten – drunter geht es gar nicht
    Sahra Wagenknechts neues Buch kloppt einen dicken Otto nach dem anderen raus. Insofern ist es ein sehr kurzweiliges Buch. Es wäre wirklich gutes Stand-up-Material, wenn es nicht explizit Sit-down-Analyse sein wollte… Ich verspreche, dass ich keine weiteren Zitate aus ihrem sozial-nationalen Zusammenhang reißen werde. Zum einen, weil es keine Zitate mehr wären, wenn der Zusammenhang mit-genannt würde. Zum anderen aber auch, weil ich niemandem das Vergnügen nehmen möchte, manche Dinge zu lesen und zu denken: Whaaat?? Viele wählen vielleicht auch deshalb rechts, weil sie sich als alte weiße Männer plötzlich auf der untersten Stufe des öffentlichen Ansehens wiederfinden. Weil sie […]
  • Lesen bildet
    Vor viereinhalb Jahren habe ich wegen dieser Mitteilung bei Facebook einen Freund (nicht nur bei Facebook) verloren. Ich wünsche mir dieses Mal zwei. Oder sieben. Oder dreiundvierzig. Tschüsschen.
  • «Nur die dümmsten Wähler wählen ihr Gender selber. Zwinker-zwinker.»
    Wenn Wolfgang Thierse analysiert: Große Teile der Arbeiterschaft haben wir schon verloren. Wollen wir jetzt auch noch alle die ausschließen und verlieren, die das Gendersternchen nicht mitsprechen wollen und können?, was meint er da eigentlich?
  • Aufwärts immer, abwärts nimmer
    Wenn der Aufzug vor dem Aufzug warnt, zieht er dich nur vielleicht auf.
  • Übersprungshandlungen bewahren vor strafrechtlich relevanten Äußerungen
    Mein Verhalten ist gelegentlich spontan. Es kann plötzlich auftretenden Antrieben folgen. Jetzt zum Beispiel interessiere ich mich für die Frage, warum ein Teil des britischen Königinnenhauses Mountbatten-Windsor heißt und nicht etwa Battenberg-Windsor. Genaugenommen interessiert mich die Frage: Wenn schon der Name verändert wird, um der Deutschenfeindlichkeit zu entgehen – warum von Batten-Berg zu: ausgerechnet Mount-Batten? Außerdem interessiert mich gerade die Frage, warum das Königreich der Niederlande neben den «Niederlanden» einerseits die «Staaten» Aruba, Curaçao und Sint Maarten umfasst, ohne dass Aruba, Curaçao und Sint Maarten aber zur EU gehören (wohingegen die Staatsangehörigkeit des Königreichs der Niederlande die Menschen von Aruba, […]
  • Persevere Perseverance
    200 Millionen Kilometer zum Mars können problemlos zurückgelegt und der Lande-Ort eines menschengemachten Geräts kann Jahre im Voraus ziemlich präzise bestimmt werden. (Das wird aus irgendeinem Grund oder mehreren ein großer Erfolg sein.) Wie kann es gleichzeitig sein, dass 200 Millionen Kilometer diesseits so viele Sachen so kompliziert sind?
  • Natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind unbeschränkt einkommensteuerpflichtig
    Wenn mich jemand fragen würde, was der hässlichste Satz ist, den ich in diesem jungen Jahr gelesen habe – ich wüsste die Antwort. Sie lautet: Berechtigte Fragen sollten nicht deshalb unbeantwortet bleiben müssen, weil die betroffenen Bevölkerungsgruppen «hinausdefiniert» wurden, andererseits sollten auch nur jene Menschen eingeschlossen werden, bei denen sich zumindest grundsätzlich ein potentieller Integrationsbedarf vermuten lässt. Ich vermute, eine akademische Amöbe («Migrationsforschung») hat ihn geschrieben. Der Unterschied zu nicht-akademischen Amöben besteht in der Steuerpflicht, die durch Tätigkeiten wie die beim Statistischen Bundesamt begründet wird.
  • #DeineBlauenAugenMachenMichSoSentimental
    Die Frage: «Warum hat Jens Spahn, die Regierung, die EU […] nicht (schneller) mehr Impfstoff bestellt?» hat eine einfache Antwort: «Weil deine Hackfresse es nicht mehr verdient, geimpft zu werden, als jede beliebige Hackfresse in Bolivien, im Tschad, in der Ukraine, in Bangladesch oder sonstwo auf der Welt.» Wohlstandschauvinismus in allen Ehren und so, aber manchmal wäre es echt besser, manche Leute würden zum Thema «Staatsversagen» grundsätzlich schweigen.
  • Hart – härter – SPD
    Ich würde gern wissen, woher der Berliner Innensenator seine Meinungen zum Thema Grundgesetz der BRD (und zu anderen Gesetzen der BRD) bezieht. Jetzt bin ich alles andere als ein Jurist – und das ist sicher für alle Beteiligten von Vorteil. Aber ich möchte dem «Genossen» trotzdem ein paar Dinge mit auf seinen Lebensweg geben. Offenbar ist weder in seiner Verwaltungsgliederung noch in seiner Partei oder der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus jemand anderes dazu in der Lage.
  • #KomplexeDinge #einfacherklärt
    Leute, die Wörter wie «Fußgängeranforderungslichtzeichenanlagen» sich ausdenken, sind schuld daran, dass wahlberechtigte normale Menschen F.D.P. wählen.
  • Vorwarnung
    Wenn restlos alles andere erledigt ist, werde ich mich gemeinsam mit anderen dafür einsetzen, dass wirklich jedes Dativ-E in den wohlverdienten Ruhestand geschickt wird.
  • Interview: Stimmen der Opfer des rassistisch-antisemitischen Anschlags in Halle
    Am 24. Prozesstag, Dienstag den 8. Dezember 2020, war ich mit Dr. Lino Agbalaka und Nadiye Ünsal in Magdeburg, um für den → Migrationsrat Berlin am Rand des Gerichtsverfahrens zum antisemitischen, rassistischen und frauenfeindlichen Anschlag in Halle am 9. Oktober 2019 mit einigen Überlebenden zu sprechen. Der Prozess am Oberlandesgericht Naumburg wurde im Landgericht in Magdeburg geführt.
  • So long, Marianne
    Ich hatte gerade einen Moment der Selbst-Erkenntnis. Ich habe gar nicht so oft Recht. Ich habe, wenn ich Recht habe, oft nur schon sehr lange Recht. Ich verstehe mein Leben und meine Anschauung der Welt plötzlich viel besser. Krass. Und nein, ich meine das nicht in einem eitlen Selbstbeweihräucherungs-Sinn. Was ich sage, spricht nicht für mich, sondern es spricht gegen eine Welt, die sich offenbar hartnäckig weigert, besser zu werden.
  • Warum welches?
    Ich würde gern zum Zweck einer gerechten, aber doch sehr strengen Bestrafung erfahren, wer Leuten beibringt, «welche[x]» als Relativpronomen zu benutzen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Kinder von anderen Kindern lernen zu sagen: «Das Spielzeug, welches ich letztes Jahr zum Geburtstag…» (Zugegebenermaßen will ich es mir gar nicht vorstellen.) Und doch gibt es eine beklemmend hohe Zahl von Menschen, welche diese sehr, sehr zweifelhafte Angewohnheit irgendwann entwickeln. Ich fürchte, dass es sich dabei nicht um eine selbst-ausgedachte Präferenz handelt. Dafür kommt sie zu oft und an unterschiedlichen Stellen vor. Wo passiert das? Wer ist dafür verantwortlich? Wie lässt sich […]
  • Lockdown-Hölle
    Wenn Zoom wegen Internet-Problemen unterbrochen wird und wieder losgeht, steht da: «Eine Verbindung wird aufgebaut.» Welche Verbindung aufgebaut wird, steht da nicht. Dies führt quasi unausweichlich zu folgendem Angst-Traum: Die Verbindung bricht ab. Eine Verbindung wird hergestellt. Zu einer Rando-«Team-Sitzung» (mehr Sitzen als Team). Die Verbindung bricht ab. Eine Verbindung wird hergestellt. Zu einer anderen Rando-«Team-Sitzung» (wesentlich mehr Sitzen als Team). Die Verbindung bricht ab. Eine Verbindung wird aufgebaut. Zu einer wieder anderen «Team-Sitzung». Jede nächste Sitzung dauert länger als die vorangegangene, bis die Verbindun
  • Auskünfte in eigener Sache
    Ich bin hinreichend informiert, dass Rauchen meiner Gesundheit schadet, dass auch harte Alkoholika gegen G-ttes Gebote verstoßen, dass ich mehr Sport und weniger Arbeit machen sollte, dass ich mir mehr anziehen sollte, wenn es jetzt wieder kälter wird. Es ist mindestens für die Zeit, bis die Demenz einsetzt, nicht notwendig, mich auf diese immens richtigen und zweifelsfrei wichtigen Dinge hinzuweisen. Ganz wie Maria behalte ich alle diese Worte und bewege sie unablässig in meinem Herzen. Ich bin ansonsten nicht hinreichend informiert, ob Demenz auch gegen die Erinnerung an Ratschläge dieser Art hilft. Hätte ich Hoffnung, würde sie sich sicher auch […]
  • Ich möchte reden
    Manche finden ja, weil die ganzen Sonntagsreden so penetrant sind, dass Antisemitismus sie nicht beschäftigen müsse. Die ganze Lüge vom «christlich-jüdischen Abendland», die kontrafaktische Aussage, Antisemitismus habe «keinen Platz» in «unserem Land», «Deutschland» habe «wieder-gut-gemacht», «bewältigt», «gelernt» (und könnte nun ruhigen Gewissens andere belehren), stinkt aber zum Himmel und zurück. Wenn es tatsächlich so wäre, wie die Zuständigen meinen, müsste hier ungefähr jeden Tag Staats- und Institutionen-Krise herrschen. Nichts dergleichen herrscht allerdings.
  • Ich habe die Liebe gefunden
    Sie befindet sich auf Seite 687 im 2009er Duden. Nur, falls sonst noch jemand sucht.
  • Kleine Heimat, Ekelheimat
    Ich kann verstehen, dass Menschen einen Sehnsuchtsort «Heimat» nennen. Wenn sie von einem Ort vertrieben wurden und im Exil leben, wenn Diaspora das einzige ist, was sie kennen, wenn der Ort, am dem sie ihr Leben verbracht haben, unwiederbringlich zerstört ist, wenn die Unbehaustheit das ist, was bleibt – oder wenn der angestammte Ort zwar keine Fremde ist, man aber behandelt wird wie ein_e Feind_in, weil der Mehrheit das Aussehen, der Name, die Sprache, das Gebet oder das Gewürz im Abendessen nicht bekommt. Wenn der Geburtsort ganz offenbar von anderen für andere betrieben wird.
  • Sinnvoll(er): Museum der Scham und Schande
    Kann bitte jemand abschalten, dass ich morgens vor dem Wecker wach werde? Ich komme da immer auf so bizarre Ideen. Heute, beim Blick aufs Fußballfeld des Schulgebäudes vorm Haus, in dem allein zwölfbisvierundzwanzig Flüchtlingskinder in Seggregation unterrichtet werden, damit sie ja nicht auf falsche Ideen (also die richtigen) kommen, dachte ich mir so: Wie erheiternd, dass manche der sogenannten «Anti»-Deutschen in der Alternative für Deutschland ihr Heil suchen. Ich fand das erst lustig, dann ein bisschen traurig. Und dann dachte ich mir: Das Schulgebäude könnte auch weg, selbst wenn es der damals berühmte Architekt Heinrich Lassen entworfen haben sollte – […]
  • Nicht nur Moria
    Lager können für niemanden eine Wohnung sein. Wer zwangsweise mit anderen untergebracht wird, wo zu jeder Uhrzeit andere Zugang haben (dürfen), «wohnt» nicht. «Gemeinschaftsunterkünfte» sind auch dann Lager, wenn sie klein und «dezentral» sind. Nur Wohnungen sind Wohnungen. Alle Lager auflösen. Überall! Mein Statement im Rahmen einer Kampagne des → Verbands binationaler Familien und Partnerschaften (Leipzig) zu den desolaten Zuständen im Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos: Aufnahme: 23. Juni 2020 (Koray Yılmaz-Günay)Veröffentlichung: 28. Juli 2020Sprache: deutsche LautspracheDauer: ca. 37”
  • Qualitätsjournalismus
    Wenn 80% mindestens ein «kleines Problem» erkennen («Vorwurf») – davon ein Drittel ein bisschen mehr – und in der Qualitätsmaschine werden daraus «kaum Probleme», ist das dann Re- oder Upcycling? #tagesschau #lol #deineblauenaugenmachenmichsosentimental
  • Gehören die 600.000 Muslim_innen in der Ukraine zu Europa?
    Lassen wir mal die Schwierigkeit beiseite zu definieren, was ein «Kontinent» ist, geographisch, kulturell, historisch, erdgeschichtlich, politisch, in Bezug auf internationale Organisationen usw. Sonst müssten wir uns fragen, warum Teile Frankreichs sich bis heute in Südamerika, in der Karibik und im Indischen Ozean befinden (ebenso: UK, Spanien u.a.), wir müssten wissen, ob Grönland geographisch zu Nordamerika, politisch aber zu Dänemark gehört oder nicht. Auf welchem Kontinent Spitzbergen liegt, was die Azoren mit Portugal zu tun haben, wir müssten klären, ob der Bosporus eine natürliche Grenze Europas ist, obwohl westlich davon 3% des Staatsterritoriums der Türkei liegen. Wir müssten wissen, warum […]
  • Anonym = unverstellte «Leistung»
    Ich würde nicht sagen, ich bin sehr gut, aber ich würde sagen, ich bin wesentlich besser als die meisten Personalabteilungen, wenn es um die Förderung strukturell benachteiligter Menschen geht. Deswegen, ungefragt beantwortet: Wenn anonymisierte Bewerbungen dazu führen, dass Leute ihr halbes Leben (und damit oft weit mehr als die Hälfte ihrer Lebensleistung und -erfahrung) weglassen müssen, findet keine Anerkennung und Förderung statt, sondern noch besser begründete Auslese derjenigen, die gar keine anonymisierte Bewerbung bräuchten. Deswegen: Nicht weniger, sondern mehr reden über Armut, Rassismus, Geschlechterverhältnisse, Behindertwerden, Krankheit, Homo- und Transfeindlichkeit, Bildungsgerechtigkeit, (oft unbezahlte) Erziehungs-, Pflege- und Hausarbeit, Familienmodelle, Ost-/Westbiographien, religiöse und […]
  • Schernikau, der Schöneberger-Vorausseher
    Bevor Ronald M. Schernikau auf dem letzten Kongress der Schriftsteller der DDR (1.–3. März 1990) befürchtete: «Wir werden uns wieder mit den ganz uninteressanten Fragen auseinanderzusetzen haben, etwa: Wie kommt die Scheiße in die Köpfe?», war in der Nacht zuvor Folgendes geschehen: Schernikau hatte einen dystopischen Traum, Protagonistin war Barbara von Schierstädt, heute Schöneberger. Und er dachte so bei sich: Wirklich, wir werden uns diese Frage stellen müssen, so vulgär sie ist: Wie kommt die Scheiße in die Köpfe?
  • Zielgruppengerechtes Recruiting am Kottbusser Tor
    Schade, dass 40% der Berliner Jugendlichen im Jahr 2020 immer noch bestechlich sind. Sonst würden auch sie auf solchen Plakaten vorkommen. Auswahlkriterium ist ja immer und ausschließlich die charakterliche Eignung. Und die ist leider nur bei one shade of white und three shades of blond genetisch vorhanden.
  • The White Man’s Burden
    Dr. Watson kommt im Original heim vom kolonialen Krieg in Afghanistan (Ende der 1870er), in der letzten Serie von einem anderen Krieg in Afghanistan, um zu genesen. Nachdem er in London jemanden erschießen muss, um seinem neuen Kumpel (#nohomo) das Leben zu retten, verschwinden die Symptome der post-traumatischen Belastungsstörung. Sherlock Holmes droppt beiläufig – weil Dr. Watsons Hände nach diesem Vorfall nicht mehr zittern und weil Holmes voll klug ist –, dass Watson wohl doch nicht an den Folgen des Krieges gelitten habe, sondern in Wahrheit an seiner Abwesenheit.
  • Sie fragen, Dr. Schrieb antwortet (kurz) #12
    Frage: Hallo Dr. Schrieb. Ich habe eine Kurzgeschichte über jemanden geschrieben. Der Tonfall war vielleicht etwas aggressiv. Nachdem ich der Person die Geschichte vom Anfang bis zum Ende vorgelesen hatte, bemerkte ich, dass die Person selbst aggressiv geworden war. Ich sagte schnell: Aber der letzte Satz war doch noch gar nicht zu Ende gelesen. Die Person wollte allerdings nicht mehr zuhören. Was ist schiefgelaufen? Halt die Fresse.
  • Zonk
    Die #Tagesschau macht anlässlich von sechs Monaten Anschlag in #Hanau jetzt Reklame für Passivsätze. Passivsätze sind solche Sätze, wo 1. allgemein bekannt;2. unbekannt oder3. unwichtig ist, wer eine bestimmte Handlung (oder einen Zustand) verursacht hat. Der Satz: Eine ursprünglich geplante Demonstration mit 5.000 Teilnehmern war wegen steigender Corona-Infektions-Zahlen abgesagt worden, verzichtet auf die treibende Kraft (das Agens) der Handlung («Verbot») und des Zustands («verboten»). Er ist ein Passivsatz. Ist allgemein bekannt, dass die Kundgebung ein paar Stunden vor ihrem Stattfinden «abgesagt» wurde? Ist unbekannt, welche benennbaren Menschen die «Absage» zu verantworten haben? Oder ist es, wie es immer war? Ich […]
  • Schneepart
    Es braucht keine Anlässe, um der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu gedenken. Aber Anlässe, anders herum, stellen es nicht frei zu (ge-)denken. Jedes Mal, jedes einzelne Mal, wenn ich einen Mietwagen zurückgebe, sagt Paul Celan:
  • Das Camus-Problem
    Wie beantwortet eigentlich der Stein die Frage, ob wir uns Sisyphos als «glücklichen» Menschen vorstellen müssen?
  • Die Häuser denen, die jetzt darin leben!
    Ja, «Multikulti» ist gescheitert. Nicht das Multikulti, das von Kanada – vielleicht über die Schweiz – mal nach Westdeutschland gekommen war. Dieses «Multikulti» hatte nie eine Schanks zu scheitern, weil scheitern nur kann, was versucht wird. Gescheitert sind die «Multikulti»-Viertel mit exotischen Schildern an den Läden, die als «Familien-Betriebe» nur deswegen existieren, weil dort Menschen zehn, zwölf oder sechzehn Stunden am Tag arbeiten – weit unter Mindestlohn, ohne bezahlten Urlaub, ohne Rentenanspruch, ohne Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, ohne Elternzeit, ohne Arbeitsschutz – und mit Gewinnspannen, die vielleicht bei Discountern funktionieren. Gescheitert sind die besonders Multikulturellen, die ihr Bier bei Dritte-Welt-Soli-Saufereien vertrinken […]
  • Lachen mit Thomas Mann
    Dieser Satz hat mich heute Morgen in der U-Bahn sehr laut grinsen lassen. Ich möchte ihn deswegen anderen grins-affinen Menschen nicht vorenthalten. Vielleicht sind ja die Tagebücher von Thomas Mann nicht so ermüdend wie die Romane…
  • Und, worüber freut ihr euch so?
    Als Thilo Sarrazin die Selbst-Abschaffung von Deutschland verkündete – die bisher leider nicht eingetreten ist –, gab es noch kein WhatsApp. Keine Drohnen, die in der Spielzeug-Abteilung zu kaufen waren. Der erste Bitcoin-Block war gerade «geschürft» worden und Netflix war eine Online-Videothek, die per Briefpost DVDs verschickte. Der Südsudan war noch kein Staat. Sechs Jahre nach der – bisher leider nicht eingetretenen – Selbstabschaffung von Deutschland kam Pokémon Go heraus. Was ich sagen möchte:
  • Die Wahrheit über das kleinere Übel kommt im Fernsehen, mit wenigen Ergänzungen lässt sie sich noch weiter spezifizieren
    Wenn sich nur herausfinden ließe, wer für die ganzen schönen «Erleichterungen» für «neue Formen der Arbeit» verantwortlich war, während die SPD die größere Koalitionspartnerin der Grünen war… Wenn mittlerweile 90% [!] aller deutschen Unternehmen Kernbereiche «auslagern», müssen das ja ganz schon unternehmensfreundliche Menschen gewesen sein… Arbeitsminister Heil betonte […], es sei nicht das Ziel, Werkverträge überall in der Wirtschaft zu verbieten, sondern nur in der Fleischindustrie. Der Verband der Fleischwirtschaft hatte [zum Glück schon] im Juni mitgeteilt, er unterstütze das Vorhaben, das System der Werkverträge abzuschaffen. [Im Fall eines Vetos würde es nämlich sehr viel Zeit brauchen herauszufinden, was ein […]
  • Międzyzdroje (2020)
  • Stuttgarter Polizei: Nehmt doch nach Krawallen «Sippe». Passt besser als «Stammbaum»
    Um die Gegenwart besser zu bewältigen, hilft oft ein Blick in die Vergangenheit. Ein Lexikon aus der guten alten Zeit sollte allezeit griffbereit sein, zwinker-zwinker: Der nationalsozialistische Staat greift nicht nur auf die Bezeichnung Sippe wieder zurück […], sondern misst der Zugehörigkeit zu einem durch die Natur zusammengefügten Personenkreis besondere Bedeutung bei. Auf solcher, künftig durch einen Sippenpass nachzuweisenden Zusammengehörigkeit beruht die strafrechtliche Verantwortung eines zu dem Täter gehörigen engeren Personenkreises für dessen strafbares Verhalten sowie Unterlassung der sittlichen Pflicht zum Handeln (Sippenhaftung). Diese Einstellung entspricht der germanischen Rechtsauffassung. Der Große Herder. Nachschlagewerk für Wissen und Leben. Elfter Band: «Sippe» […]
  • Colorblind Profiling
    Immer, wenn du denkst, du denkst nur, dass du denkst, korrigiert der Heimatminister und sagt: Nee, passt schon, ist echt so. Das Bundesamt für Verfassungsschutz [!!] soll nun also rassistische «Tendenzen» bei der Polizei und im öffentlichen Dienst überprüfen. «Tendenzen» aber, die ja gar nicht vorkommen, weil’s … richtig: «verboten» ist. Es hat auch nie Prostitution, Homosexualität, Drogenkonsum, Mord, Gewalt in Partnerschaften oder gegen Kinder, Angriffskriege, Cum-Ex-Geschäfte oder Parteispenden an Franz Josef Strauß gegeben. Oder Helmut Kohl. Oder zwei oder vierzehn oder sechshundert andere aus dem Spektrum, das selbstverständlich nicht «Organisierte Kriminalität» genannt wird.
  • Management Skill: Networking
    Falls jemand jemanden in den oberen Etagen der sogenannten Natur kennt: Vielleicht lässt sich beim Insektensterben die Reihenfolge noch ändern? Falls Schaben und Motten in die TopDrei vorrücken könnten, insbesondere die über fünf mm Länge und/oder Breite, wäre ich nicht traurig. Im Fall einer Religiöswerdung würde ich zahllose Kerzen für euren Einsatz entzünden.
  • Die Frage nach einem Warum stellt sich nicht
    Es ist gar nicht so einfach, ganz, ganz, ganz viele Probleme in ihrem Zusammenwirken so darzustellen, dass sie unmittelbar verständlich werden. → Dieses Video schafft – in nicht einmal 2,5 Minuten – das Unwahrscheinliche.(Abgesehen von der ersten Einblendung – das Schild «Kuhstall» –, die, wenn der Rest nicht so erschütternd wäre, ironisch sein könnte.)
  • Läuft bei Preußen!
    Das 2004 gelaunchte Berliner Schulgesetz (SPD/DIE LINKE) erstaunte mit der Mitteilung: § 1 Auftrag der Schule Auftrag der Schule ist es, alle wertvollen Anlagen der Schülerinnen und Schüler zur vollen Entfaltung zu bringen und ihnen ein Höchstmaß an Urteilskraft, gründliches Wissen und Können zu vermitteln. […] Dabei sollen die Antike, das Christentum und die für die Entwicklung zum Humanismus, zur Freiheit und zur Demokratie wesentlichen gesellschaftlichen Bewegungen ihren Platz finden. Ich habe jetzt nicht so viel gegen die Antike (außer das bisschen Sklaverei, eine gewisse Sorglosigkeit in Fragen der Geschlechtergerechtigkeit, die eine oder andere Auslöschung ganzer Zivilisationen und so) oder […]
  • Teilhabe durch Tod?
    Für den Fall, dass ich ermordet werde [wegen, aufgrund von, weil], wünsche ich übrigens nicht, dass eine Straße, ein Güterbahnhof oder ein Zimmer in dem Hotel nach mir benannt wird, in dem ich während des Studiums als Zimmermädchen gearbeitet habe. Andere haben während meiner Lebenszeit wesentlich Merkenswerteres geleistet, als ich durch eine Ermordung [wegen, aufgrund von, weil] erreichen könnte. Auch davor schon. Während diese Menschen etwas woll(t)en und schaff(t)en, würde ich erst einmal davon ausgehen, dass meine Ermordung gegen meinen Willen geschähe. Ich arbeite gern an einer Liste besserer Namensgeber_innen mit. Wie wäre es, für, sagen wir mal, 60–90 Jahre […]
  • Home Schooling Curriculum: öffentliche Rede
    Lerninhalt 1: «Solidarität endet nicht an den Grenzen Europas» würde sinnvoller formuliert lauten: «Solidarität endet nicht an den Außen-Grenzen des letzten EU-Landes, das Mitglied im Schengen-Raum ist.» Und selbst dann wäre der Satz falsch (Brexit, Gibraltar, europäische Kolonien auf anderen Kontinenten, außereuropäische französische «Departements», spanische/portugiesische/dänische «Exklaven»…). Unter Umständen ist «Europa» mehr als die EU und unter Umständen endet Solidarität gar nicht an Grenzen. Lerninhalt 2: Wenn der Vater eines der Mordopfer von Hanau stirbt, wird er dadurch nicht dein kleiner Bruder. Ihn bei seinem Vornamen zu nennen, als hättest du sieben Jahre ein Kinderzimmer mit ihm geteilt, gehört sich nicht. […]
  • Kapitalismus ohne Gier, my ass
    Die Unternehmen, die Masken herstellen, wollen «nur Geld verdienen». Wow. So böse, diese Unternehmen. Wo die meisten Unternehmen bisher ihren Schund sonst vor allem für das Gemeinwohl produzierten. Die dumme Rede vom «Kapitalismus ohne Gier», der ganz okay wäre, wenn nur die moralischen Zeiger nie über 5 vor 12 hinausgehen, scheint sich auch in Zeiten tatsächlicher Krisen zu halten. #sosad
  • Kapitalismus mit menschlichem Antlitz
    Am 6. September 2011 sagte die Kanzlerin, ganz traurig, weil die Finanzmärkte im Nachgang der Finanzkrise ganz schlimm «strauchelten», es sei «keine gute Sache», dass Italien den Anschein erwecke, seinen «Sparanstrengungen» nicht nachzukommen. Wie die Waldbrände in Griechenland – erinnert sich noch jemand? – natürlich nichts mit den von der «Troika» durchgesetzten Einsparungen auch bei den dortigen Feuerwehren zu tun hatten, hat natürlich auch der sanfte Druck auf Italien, das im Gegensatz zu Griechenland in der «Euro-, Schulden-, Finanz-, EU-Institutionen-Krise» für tatsächlich «systemrelevant» befunden wurde, ganz und gar nichts mit den desolaten Zuständen dort, auch im dortigen Gesundheitswesen, zu tun. […]
  • Verschwörungsanalyse, nicht -theorie
    Gore Vidal (1980) auf David Susskinds Frage, wie er es als so raffinierter Mensch mit der Verschwörungstheorie halte: I say, they don’t have to conspire, because they all think alike. The president of General Motors and the president of Chase Manhattan Bank really are not going to disagree much on anything, nor would the editor of the New York Times disagree with them. They all tend to think quite alike, otherwise they would not be in those jobs.
  • Quo vadis, Qualitätsjournalismus?
    Michael Stempfle kommentiert heute in den Tagesthemen die sehr, sehr überraschende Feststellung des Verfassungsschutzes, dass der «Flügel» der AfD «rechtsextrem» sei. Stempfle spricht, der Staat dürfe bei der Eindämmung des Rechtsextremismus bloß nicht alleingelassen werden. Wir brauchten alle einen «Kompass». Er spricht weiter von seinem eigenen «Kompass»: einer Taschenuhr, mit der sein Großpapa 1939 in einen «sinnlosen Krieg» gezogen sei. Und weil ein Tagesthemen-Kommentar nicht bloß 18 Sekunden dauern darf, spricht er auch ein bisschen weiter und schließt: Wo «Faschisten» das Sagen haben, ende das in «Stalingrad.» Dies wirft Fragen in meinem kleinen dummen Kopf auf. Fragen an den sehr, […]
  • [sic!]
    Meine Technik ist so alt, dass «AfD» ein Rechtschreibfehler ist. Das sorgt für esoterische Fragen wie diese: «Vorwärts in die Vergangenheit» statt «Zurück in die Zukunft»?
  • Erziehung nach «Erziehung nach Auschwitz»
    Ich habe mal in einem Land gelebt, in dem «Auschwitz» sich nicht «wiederholen» durfte, auch wenn vor buchstäblich jeder jüdischen Einrichtung Polizei postiert war. Seit geraumer Zeit gibt es eine andere Konsonanz – und es ist sicher kein Zufall, dass die neue die alte verdrängt hat. Die kleine (!) Auswahl der Geigen fängt mit dem historisch wohl tatsächlich ersten Zitat mit neuem Inhalt an und geht bis heute Morgen. Die vierhunderttausendsiebenhundertdreiundfünfzig anderen ganz originellen «Darf sich nicht» habe ich aus Platzgründen weggelassen, aber wer will, kann den Namen des eigenen Lieblings-Promis mit «darf sich nicht wiederholen» googlen und schauen, was […]
  • Wer möchte das schon, den Faschismus beleidigen, wenn man ihn auch anerkennen kann?
    Mein ehemaliger Süd-Schöneberger Nachbar möchte, weil es anders nicht geht, ein weiteres Mal sein unglaublich liberales Inneres nach außen kehren: Auch gegenüber rechts braucht es eine erweiterte Toleranz. Solch ein Nachteils-Ausgleich ist natürlich sehr lobenswert, denn auch gegen rechts bedeutet ja, dass «Toleranz» für andere bereits (und zwar in «erweiterter» Weise) gilt. Wer da wen seit wann und warum «toleriert», braucht er nicht nennen. Hauptsache, ein bisschen Faschismus wird mit-toleriert. Weil das sonst ganz und gar nicht fair wäre. Joachim Lauch (Schreibfehler, keine Beleidigung) kennt selbstverständlich seinen Goethe. Wenn er «Toleranz» zitiert, weiß er ganz genau, wie Goethe fortsetzt: Toleranz […]
  • E pluribus unum
    Ferdinand Tönnies unterschied vor 133 Jahren drei Arten der «Gemeinschaft»: Die Gemeinschaft des Blutes, die Gemeinschaft des Bodens und die Gemeinschaft des Geistes. Anders als die Gemeinschaften aufgrund von Verwandtschaft und Nachbarschaft hat die Gemeinschaft des Geistes (Tönnies: «Freundschaft») ein bisschen mehr Potenzial, in die Zukunft zu weisen. Wenn schon «Community» statt «Gesellschaft», dann bitte wenigstens so: Freundschaft […] muss aber doch durch leichte und häufige Vereinigung geknüpft und erhalten werden, wie solche innerhalb einer Stadt am meisten Wahrscheinlichkeit hat […]. Daher: wenn das städtische Zusammenwohnen auch unter dem Begriff der Nachbarschaft gefasst werden kann; […] so bildet hingegen die […]
  • #noafdp
    Ich wünsche niemandem, tatsächlich «Charlie» gewesen oder vor fünf Jahren durch #JeSuisCharlie «Charlie» geworden zu sein. Denn wer «Charlie» war (und nicht nur vorgab, gewesen zu sein) wäre jetzt tot. Oder sehr wahrscheinlich schwer traumatisiert. Niemand sollte «Charlie» sein. Niemand sollte «Charlie» werden müssen. So verhält es sich auch mit «Hanau». Die Morde dort galten – anders als beispielsweise der AFDP-Vorsitzende Christian Lindner ermittelt haben will – nicht «uns allen». Die Opfer der Morde waren ganz konkret und belegbar Menschen, die nicht ins rassistische Weltbild passen, das eine AFDP-CDU-Nicht-Koalition in Thüringen erst vor ein paar Tagen zur Regierungspolitik machen wollte. […]
  • Beruf(ung)sberatung für Imamin Ateş
    Das → Evangelische Magazin Chrismon scheint entweder eine gedanklich und sprachlich nicht besonders ehrgeizige Gesprächspartnerin oder aber ein nicht so gutes Lektorat ausgesucht zu haben. Wenn die «Imamin» Ateş tatsächlich gesagt hat, dass die muslimische Schülerschaft zunehmend von Frömmigkeit und Religiösität (gemeint vermutlich: Religiosität) … «betroffen» sei – und dies werde (oder, wie Chrismon meint: «würde») in der Öffentlichkeit bislang «verharmlost», stellt sich die Frage: Hat sich Seyran Ateş die falsche Berufung ausgesucht? Würde nicht jeder Mensch mit einem Gramm Verstand sie nach einer solchen Aussage in einem Interview fragen müssen, ob ihr HC Strache nach den geselligen Faschoabenden in Österreich […]
  • Sprachpolizeiliche Nachricht
    Ich bin sehr dafür, «den Anfängen zu wehren». Dazu zählt etwa, viel zu trinken, wenn sich Kopfschmerzen ankündigen, den Ofen auszuschalten, wenn der Kuchen beginnt zu verkohlen, den Müll runterzubringen, wenn die ersten Gerüche sich bemerkbar machen und so. In einem Land, in dem schwangere Frauen im Gerichtssaal ermordet werden, weil sie muslimisch sind, in dem vollbesetzte Synagogen Ziel bewaffneter Anschläge werden sollen, in dem quasi jede (potenziell) zuständige staatliche Stelle in den NSU-Komplex eingebunden war (und ist), in dem Regierungspolitik als Reaktion auf den Mobilisierten Volkszorn nicht viel mehr weiß als die Verschärfung von Gesetzen (die sich gegen die […]
  • Gegen Schande
    1. ist das Gefühl moralischer Überlegenheit manchmal intensiver, wenn es nicht durch (vermeintlich) moralische Vokabeln herbeigeredet wird. 2. geht es in den Kontexten, wo «Schande» benutzt wird, nicht um moralische Überlegenheit. Angela Merkel – wie viele andere – lassen auf «Schande» regelmäßig – und wirkmächtiger als ihr alle zusammen – drei weitere Worte folgen: «für unser Land». Es ist aber nicht «unser» Land. 3. ist «Schande» ein Wort, das nach Hetzjagden, Brandanschlägen, Morden bzw. fürs Dabei-Würstchen-Verkaufen, Dabei-Klatschen und Dabei-am-Ende-nichts-Tun bereits in den 1990er Jahren genutzt wurde. Und zwar von den falschen Leuten. Und vollkommen nutzlos für die Gejagten, Verbrannten, Ermordeten. […]
  • Ich habe den Eindruck, Deutschland will den Superstar gar nicht finden
    Obwohl der Zug schon vor ziemlich vielen Jahren abgefahren ist, sagt die Show ziemlich deutlich und immer up-to-date, wie es ums Land bestellt ist: Einerseits bietet sie eine Vielfalt an abseitigen «Identitäten», die – in dieser Intensität und in dieser Häufung – nirgendwo sonst vorkommen: Ich war im Gefängnis, ich bin chronisch krank, ich habe meine Berufsausbildung abgebrochen, ich spreche Dialekt, meine Eltern haben mich regelmäßig verprügelt, ich bin das weiße Schönheitsideal, ich ertrage die Witze von Dieter Bohlen, ich bin metrosexuell, ich bin trans, ich bin Rom, ich bin magersüchtig, ich bin ostdeutsch, ich bin Schwarz, ich bin schwul, […]
  • Vermutlich «umstritten»
    Helmut Kohl ist Mitte der 1980er Jahre mal im Helikopter nach 88515 Wilflingen geflogen, weil er es sich nicht nehmen lassen wollte, Ernst Jünger zu einem seiner viel zu vielen runden Geburtstage das Patschehändchen zu geben. Ernst Jünger, der dreimal den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und kurz vorher den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main bekommen hatte für so großartige literarische Leistungen wie diese, als die NSDAP erst zweistärkste Fraktion im Reichstag war (1930): Im gleichen Maße, in dem der deutsche Wille an Schärfe und Gestalt gewinnt, wird für den Juden auch der leiseste Wahn, in Deutschland Deutscher sein zu […]
  • In Russland war nichts frei
    Ich muss mal, ganz im Ernst, fragen: Der an sich ganz okaye Kapitalismus hat einen Kratzer bekommen, weil – ganz ausnahmsweise – jetzt auch mal ein Sozialdemokrat bei der Deutschen Bank eine Anschlussverwertung angeboten bekommt? Oder ist es andersherum: Die an sich stramm antikapitalistische SPD hat einen Kratzer bekommen, weil einer der ihren – als seltene Ausnahme – eine Altersteilzeitstelle nicht bei den Regierenden, sondern bei den Herrschenden anstrebt? Hakt’s?
  • Joachim Lauch hat Heinrich Heine «quer-gelesen»
    Heinrich Heine nannte die deutsche Sprache «ein Vaterland selbst demjenigen, dem Torheit und Arglist ein Vaterland verweigern», insofern hat Heine ein Gespräch, wie es der → Emo-Pfaffe in Schwarz-Rot-Gold zu ersehnen vorgibt, vor 200 Jahren sicher mehr als einmal geführt und die Einladung abschließend beantwortet. Als Angehöriger der ersten Generation, die formal gleichgestellt, real aber immer noch ausgeschlossen war, wollte er irgendwann gar kein «Deutscher» mehr sein: Wäre ich ein Deutscher – und ich bin kein Deutscher… Ich bin jetzt bey Christ und Jude verhaßt. Ich bereue sehr, daß ich mich getauft hab; ich seh noch gar nicht ein, daß […]
  • Zentrum für religiöse Schönheit
    Philipp Ruch sagt in einem Interview mit dem → Tagesspiegel: Heute werden […] jüdische Synagogen angegriffen […]. Ich frage mich – weil ich Philipp Ruch nicht fragen kann –: Welche anderen Synagogen sind bekannt? Römisch-katholische? Protestantische? Muslimische? Gibt es in der Bahá’í-Religion, in einer der Hauptrichtungen des Buddhismus Synagogen oder im Hinduismus? Bei Scientology? Oder ist das ein Ausdruck des «Deutsche und Juden»-Schwachsinns, der sich sonst durch das ganze Interview zieht?
  • Wo ist der «Nahe Osten»? Welchen «Konflikt» gibt es dort?
    1. Würde ich im belgischen Afst wohnen, so wie es offenbar 33 Menschen tun, würde sich die Bundesrepublik Deutschland in Gestalt der Siedlung Ormont ca. sieben Kilometer oder acht Minuten im Auto entfernt im Osten von mir befinden. Ormont wäre, von mir aus betrachtet, der nähere von vielen anderen Osten. Es würde niemanden erschrecken, dass sich – im Gegenzug – Afst im Westen von Ormont befindet. 2. Wenn in den Kategorien «Naher», «Mittlerer» und oft auch «Fernen» Osten gesprochen wird, ist das nicht so. Egal, auf welche Weise «Nah-», «Mittel-» und «Fern-» definiert werden – und sie werden sehr verschieden […]
  • Weißte Bescheid, ne?
  • Regierungs-Product-Placement
    Ich verstehe, dass Unternehmen, die unnützes Zeug produzieren, für unnützes Zeug «werben» müssen. Von allein würden die meisten Leute unter Umständen nicht auf die Idee kommen, unnützes Zeug zu kaufen (Bücher, die die zwölf verstörendsten Tinder-Profile abdrucken, Flachmann mit der Aufschrift «Gott sei Dank ist Alkohol vegan», alle Produkte, die von Heckler & Koch hergestellt werden usw.). Warum Regierungsmitglieder für etwas «werben» müssen – und sie tun es oft –, erschließt sich mir hingegen nicht. Verticken sie Produkte, die niemand braucht? Sind sie Agenturen, die Reklame für Dinge machen, die niemand braucht? Verdienen sie sich ein Zubrot über Produktplatzierungen auf […]
  • #2020goals
    Wie werde ich eigentlich eine Influenza in den Sozialen Medien?
  • Wo bleibt die Islamisierung, wenn sie stattfindet?
    Warum gibt es eigentlich keine «These», dass Mario Draghi muslimisch sei? Seit über drei Jahren liegt der Leitzins, den die Europäische Zentralbank unter seiner Leitung für die ganze Euro-Zone festgelegt hat, bei null Prozent. Es gibt also faktisch keine Zinsen mehr. (Selbst dort, wo Zinsen gewährt werden, ist die Inflationsrate oft um ein Vielfaches höher, sodass real keine Rendite entsteht.) Wegen jedem Furz, den sonst ein Honk in Kleinkleckersdorf lässt, geht gleich das ganze Abendland unter («Scharia»), aber die Abschaffung von Zinsen geht einfach so durch?
  • Nostalgie als hergestellte Empfindung
    In den 1980er Jahren sagte mein Erdkunde-Lehrer (zugleich Direktor meiner Oberschule) anlässlich meiner mahnenden Worte, die einer gewissen Skepsis gegenüber seinem autoritären Unterrichtsstil Ausdruck verleihen sollten, der aus unerfindlichen Gründen glücklicherweise vergangene Jahrzehnte überdauert hatte:«Geh doch rüber [DeDeEr], wenn es dir bei uns [West-Berlin] nicht passt.» Ich wollte nicht «rübergehen», weil es in der DeDeEr schrecklich aussah. Anders vermutlich als Herr F. war ich gelegentlich in Ost-Berlin. Und ich kam ohne Lepra, Cholera oder einen Gendefekt zurück. Darüber hinaus fuhr ich mit meinen Eltern auf dem Weg in den Sommerurlaub jedes Jahr über die Transitstrecke durch einen Teil des Landes, […]
  • Sehr geehrte Annegret Kramp-Wiederkäuer,
    wie ich von verschiedenen Nachrichten-Anbietern erfuhr, erinnerten Sie sich jüngst an ein CDU-Plakat, auf dem «Freiheit statt Sozialismus» stand. Ich erinnere mich ebenfalls daran – wie auch an andere «Lieber tot als rot»-Veröffentlichungen Ihrer Weltanschauungsgemeinschaft, die besser bereits vor Jahrzehnten vergessen worden wären, weil sie sehr, sehr peinlich sind. Ich weiß nicht, was Sie mit dem Plakat anzustellen gedenken, sollte es jemand im Keller einer ehemaligen Parteizentrale wiederfinden. Ich will nur hoffen, dass Sie damit nicht die Zentrale der Deutschen Wohnen anzuzünden gedenken. Das wäre illegal. Neben dem Ausdruck meiner großen Sorge möchte ich Sie mit diesem kurzen Schreiben in […]
  • Donnerstags-Epistel
    Max Frisch hat vor ca. fünfundfünfzig Jahren die Einleitung zu einem Buch über italienische Arbeitskräfte in der Schweiz geschrieben. Darin äußerte er – nicht ganz zu Unrecht, aber auch nicht besonders extravagant –: Ein kleines Herrenvolk sieht sich in Gefahr: man hat Arbeitskräfte gerufen, und es kommen Menschen. Es ist zweifellos ein großes Verdienst von Max Frisch, diese Alltagsbeobachtung sicherheitshalber mal aufgeschrieben zu haben, während große Teile der restlichen Meinungsbildungsinstitutionen in seinem Land offenbar damit beschäftigt waren, sich vor «Überfremdung» zu «fürchten». Jetzt, wo nun wirklich alle, die nicht seit dem dritten Lebensjahr allein im Keller leben, den Satz von […]
  • Preisausschreiben
    Seit geraumer Zeit hadere ich mit mir, ob ich (heute) noch etwas zum Thema SPD mitteilen möchte. [Weil sich die CDU/CSU jenseits des Mitteilbaren befindet.] Statt etwas zum Thema SPD mitzuteilen, der stets die Verantwortung für das Vaterland wichtiger war als das, wofür zu stehen sie meint, möchte ich mein Umfeld fragen, welches Schimpfwort das heute (und noch ein paar Tage) passende wäre für diese Partei. Jede Einreichung, die ich mindestens dreimal benutzen kann, wird mit einem Glas sehr gutem Whiskey prämiert. [Und ja, ich entscheide, welcher Whiskey ein sehr guter Whiskey ist.]
  • Echt? «Interkulturelle Öffnung»?
    Die Begrüßung in diesem Supermarkt ist «interkulturell», er ist zudem (zwischen acht und 22 Uhr, montags bis samstags) «geöffnet». Früher war er auch sonntags «geöffnet», aber dann klagten unbekannte Institutionen, die die Kundschaft am Tag des HErrn traditionell in ein anderes Etablissement locken wollen. Ein gutes Beispiel jedenfalls, wo die Kombination «offen» und «interkulturell» irgendeine Form von Sinn ergibt. Und dann gibt es 98,4% der Fälle, wo sie es gar nicht tut. #ServicePost
  • #NoSchlagerNoPain
    Ich verstehe, dass «der Brexit» eine enormes Potenzial hat, was Schaden- und sonstige Freude, Genervtsein und/oder Desinteresse angeht. Ich verstehe auch, dass die EU insgesamt nicht nur für Tränen der Freude sorgt. Ich bezweifle allerdings ebenso sehr, dass eine «Festung Deutschland» besser wäre als eine «Festung Europa». Jeder kleinste Blick in die Geschichte lehrt, dass das ganzundgarfalsch ist. Ich bezweifle ferner, dass das vollkommene Schleifen von gewerkschaftlich erkämpften Rechten sowie Geschlechtergleichstellungs-, Sozial- und Umweltstandards (offenbar der einzige reale Zweck eines «Brexits» und M. Thatchers liberaler Zombie-Traum einer Gesellschaftslosigkeit) «die Briten» gleichermaßen träfe. Vielmehr würden vor allem arbeitende und/oder arme und/oder […]
  • Weit mehr zu verlieren als ihre Ketten
    Ich dachte/hoffte, diese Geigen wären ausgestorben. Offenbar hat jemand einen Ötzi von denen gefunden und aus der DNA (oder wie das heißt) neue hergestellt. Weil sie aber nicht gegen neuere Zivilisationsnebenprodukte immunisiert sind, müssen sie immerhin diese Anzüge tragen…
  • #DasProblemHeißtWeißIchNicht
    Bizarrer geht immer: Der Schwarze Tagesschau-Sprecher in Hamburg fragt angesichts eines Massakers, wo niemand nach Bekanntheit oder Staatsangehörigkeit gefragt hat, bevor er wahllos gemordet hat, nach «Fremdenfeindlichkeit» in Neuseeland, die weiße Reporterin, vor Ort, antwortet, noch origineller, das Land kenne keine «Ausländerfeindlichkeit». #Tagesschau #Qualitätsmedien
  • Auch im fortschreitenden Alter
    Offenbar ist mit Lebenslangem Lernen zum Beispiel auch gemeint, dass du jederzeit erfahren kannst: Es existiert das Wort «Grundstücksverkehrsgenehmigungszuständigkeitsübertragungsverordnung» – und also auch Menschen, die sich eine Verordnung zur Grundstücksverkehrsgenehmigungszuständigkeitsübertragung ausdenken.
  • Windeln für den Mund
    Thilo Sarrazin sprach offenbar in Rostock: → «Bald hat der Islam bei uns das Sagen.» Schade nur, dass das noch anderthalb bis zwei Generationen dauern soll. Sonst würde ich sagen: Wenn Thilo Sarrazin und die seinen muslimisch werden, um – weiterhin – der (dann neuen) Volksgemeinschaft den ausgeleierten Po zu knutschen, würde auch ich religiös werden und mitmachen. Einmal auf der Seite derjenigen stehen, die einfach laufen lassen können…
  • Deutsch, deutscher, am deutschesten


    2006–2011 gab es den «Muslim-Test» in Baden-Württemberg. Ein Bundesland, das bis dahin nicht durch besondere Zuneigungen für die Gleichberechtigung von Frauen oder die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt aufgefallen war, belästigte «Muslime», also alle Menschen aus den 57 Mitgliedsstaaten der Islamischen Konferenz sowie Menschen aus anderen Ländern, die von – natürlich sachkundigen Einbürgerungs-Beamten – für «muslimisch» gehalten wurden, mit Fragen zur Akzeptanz von Gleichberechtigung undpipapo (ca. 50% der 30 Fragen), die anderen 50% befassten sich mit unter Umständen vorhandenen Sympathien für Terror, der Liebe zur Verfassung und zur Judenheit und anderen Dingen, für die Deutsche ganz besonders bekannt sind.


    Wer die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben wollte, wurde dann darauf hingewiesen, «dass unwahre Angaben als Täuschung der Einbürgerungsbehörde gewertet werden und – auch nach Jahren – zur Rücknahme der Einbürgerung führen können», und zwar selbst dann, wenn die Person dadurch staatenlos werden würde. Wie gut, dass das Grundgesetz, also die Verfassung, der alle Treue zollen sollen, mitteilt:


  • Weltgeist-Manifestation
    → Attac soll die Gemeinnützigkeit aberkannt werden – das bedeutet, dass Spenden an die Organisation nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden können. Der zuständige Staatssekretär im Verkehrsministerium sagt: Das Urteil wird sicherlich eine Rolle bei der weiteren Bewertung der Gemeinnützigkeit der Deutschen Umwelthilfe spielen. Hervorragend natürlich, dass diejenigen, die sonst anderen Ländern Zivilisation und Demokratie bringen wollen – zur Not auch in Form von Bomben, gestrichener «Entwicklungshilfe» oder Regime Changes –, ungarn- und türkeimäßig nun im eigenen Land Organisationen de facto verbieten wollen, die die Verstrickungen von Politik und Konzernen bzw. die politisch unterstützten Schweinereien der Finanzwirtschaft bzw. der […]
  • Shout-Out für Bildad den Schuachiter
    Wundertest du dich auch schon lange, wie früher «Hör auf, Scheiße zu reden» gesagt wurde? So: «Bis wann wirst du dergleichen wörteln? Die Sprüchlein deines Munds sind ein heftiger Wind!»
  • Polizei und Kriminalstatistik: Diversity egal
    Nichts gegen Diversity, z.B. bei der Polizei. Ganz im Gegenteil: Ich habe ein für Diversity, auch bei der Polizei. Allerdings würde Diversity ein Doppel- bekommen, wenn sie nicht nur meinen würde, mehr Leute einzustellen, die «Migrationshintergrund» haben. Unflankiert kann das ins Auge gehen. So wie: Kugelschreiber im Auge. Da haste dich dann kurz gefreut, aber nichts wird besser (als das Einkommen der Eingestellten).
  • Tugendterror 2.0
    Meinem inneren Propagandaministerium steht jetzt eine noch deutlicher linksgrünversiffte jüdisch-kommunistische Minister_in mit zwei dynamischen Gendersternchen vor. Si_er hat neue Verwaltungsrichtlinien erlassen, die es mir in Zukunft verbieten, Personen und Personengruppen respektvoll zu begegnen bzw. von diesen Pe*rsonen_grup*pen ausgerichteten Aktivitäten beizuwohnen, die positiven Bezug auf ein*en oder mehrere dieser Begriffe nehmen (insbesondere, nicht ausschließlich):
  • Sehr geehrte Annegret Krampf-Karrenlobby,
    Sie ließen offenbar die Zeitschrift Emma wissen: → Sie erwarte von allen Menschen, die nach Deutschland kommen, dass sie die hiesigen Werte akzeptieren. Ich möchte Ihnen antworten: Behalten Sie mal schön Ihre «Werte»!
  • Wo geht es mit den «Nazis» hin, wenn sie «raus» sind?
    1. Spoiler: Die Nazis sind bereits «raus». Und zwar nicht, weil sie jemals ernsthaft «raus» sollten, sondern einzig und allein aus dem ordinären Grund, dass sie sterblich waren. Wer bei der NSDAP mitgemacht hat – in der Partei, bei einer der zahllosen Neben- und Unterorganisationen und/oder im freiwilligen Dienst in Betrieb, Nachbarschaft oder Familie –, ist mittlerweile tot oder wird nicht mehr mit der guten alten Zeit belästigt, wo die Autobahnen noch keine Schlaglöcher hatten. Auch bei 99,78% der noch lebenden klopft der Tod mittlerweile lauter an die Tür als das Herz oder der Staat, der Unrecht bestrafen will.
  • Leistung muss sich lohnen
    Wenn wir in der DDR leben würden und es dort Facebook gäbe, würde ich heute vielleicht posten: Hier riecht es wie in Honeckers Schritt. (Oder wurde er da auch schon immer nur «Erich» genannt?) Aber zum Glück leben wir hier in elysischer Demokratie, wos Pressfreiheit gibt. Aber ehrlich: Die sollen sich alle mal nicht so haben. Was sind schon (mindestens) 55 Milliarden gestohlene Euro? Wenn der Deutschen Umwelthilfe die Gemeinnützigkeit entzogen wird, damit sie nicht mehr gegen Diesel-Schmutz klagen kann, wenn wegen der staatlichen Verstrickungen zum NSU kein einziger Innenminister zurücktritt, wenn Menschen in Polizeiarrest «Selbstmord» begehen und die Ermittlungen […]
  • Was ich beim Deutschunterrichten selbst so lerne


    Es ist nicht nur interessant, welche Unterschiede zwischen «Ich habe eine ARBEIT» und «Ich habe einen JOB» existieren (Arbeitssicherheit, geregelte Arbeitszeiten, Urlaubsanspruch, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, existenzsicherndes Einkommen…). Es ist auch interessant, dass das eine «ARBEITS-Agentur» und das das andere «JOB-Center» heißt. Da weißte, in welchem Bereich deine (potenzielle) Vernutzung vorgesehen ist.

  • «Liberal ist, wer die Zeichen der Zeit erkennt und danach handelt» (Gustav Stresemann)
    Es mag sein, dass Seyran Ateş die Zeichen der Zeit erkannt hat, in diesem Sinn handelt und dergestalt «liberal» ist. Herzlichen Glückwunsch dazu. Dumm in jedem Sinn sind demgegenüber alle, die Dienstleisterinnen für den organisierten Faschismus und faschistische Meinungsmache als Liberalismus feiern und sie mit Geld, Preisen und anderer öffentlicher Anerkennung abfeiern. Ich kenne sehr wenige Dienstleisterinnen für den organisierten Faschismus, aber ziemlich viele von den anderen. Dazu sicher nicht herzlichen Glückwunsch.
  • Sozen-Neid, Sozialneid
    Wenn Steuern wieder erhoben werden würden, die es schon einmal gab (Vermögenssteuer),wenn Steuern überhaupt erhoben werden würden, die alle (außer die F.D.P.) wollen (Finanztransaktionssteuer),wenn Steuervermeidung bekämpft werden würde (Kapitalertragssteuer und andere),wenn Steuerflucht in entsprechende «Paradiese» unterbunden werden würde, gäbe es bestimmt keinen Hashtag #wirsindallesawsanchebli, aber innerhalb von ein, zwei, drei Jahren könnten mindestens alle Erwachsenen (die es wollen) eine 7.800€-Uhr gesponsort bekommen (Mengenrabatt nicht eingerechnet, Lieferengpässe nicht mitgedacht). Was soll diese Ausblendung von alledem, was die Partei von Sawsan Chebli als größere und als kleinere Koalitionspartnerin der Grünen bzw. der CDU/CSU verantwortet hat? Soll Sawsan Chebli in einer Mülltonne leben, […]
  • Man sieht nur mit den Augen gut, das Wesentliche ist für das Herz unsichtbar
    Die meisten Leute mit Farbenfehlsichtigkeit, die ich kennengelernt habe, sagten von sich zum Beispiel: «Ich habe eine Rot-Grün-(Seh-)Schwäche». Wenn sie überhaupt davon sprachen. Diejenigen, die von sich sagten, sie seien «farbenblind» meinten demgegenüber nicht, dass sie gar keine Farben, sondern nur Kontraste (hell/dunkel) sehen, sondern dass sie meinen, an Menschen keine «Farbe» zu sehen. «An Menschen» meint hier nicht die Kleidung, das Haar oder die Augen von Menschen, sondern «die Haut».
  • Ich bin nicht «gegen rechts»
    Ich habe heute viel zu lang in einer Beiratssitzung für ein Projekt gesessen, das auf das Phänomen «rechte Gewalt» hinweisen will. Ich sagte dort, wie ich es gelegentlich tue, dass die damit gemeinte Gewalt meines Erachtens nicht «rechts» ist und auch nicht so genannt werden sollte, sondern (beispielsweise) «rassistisch». Denn während fast alle Neo-Nazis fast alle Spielarten des Rassismus (und weiterer Menschenfeindlichkeiten) bedienen, sind längst nicht alle, die Rassismus denken, sagen, tun: Neo-Nazis. Dann kam ich nach Hause und sah dieses Video vom Kottbusser Tor. Es wird sicher erhebliche Schnittmengen zwischen Berliner Polizei und der politischen Rechten geben, keine Frage, […]
  • Lebenshilfe für Traurige
    1. Es ist zu 100% falsch zu sagen: Wenn jetzt gewählt würde, würde «jede_r Fünfte» die AfD wählen. 2. Es ist zu 100% richtig, von jeder fünften wahlberechtigten Person zu sprechen. In etwa so viele Erwachsene, wie offenbar die AfD wählen würden, dürfen nämlich gar nicht wählen. 3. Es wäre daher keine Übertreibung zu sagen, dass nicht 20%, sondern weit mehr als 20% der Deutschen und (hoffentlich) wesentlich weniger als 20% der Nicht-Deutschen AfD wählen würden. 4. Es wäre unabhängig von Meinungsumfragen, ihrer Deutung und Bedeutung sinnvoll, endlich Wege zu finden, die es allen – meinetwegen ab 16 oder 14 […]
  • Liebe Berliner Verkehrsbetriebe, liebe BVG,
    ich bin 191 cm groß und wiege fast 100 Kilo. Ich habe mit meinen 44 Jahren keine Angst vor deinem Fahrkartenkontrolleur, wenn er auf mich zuläuft und mich anschreit, ich solle mich nicht einmischen. Er ist zwar etwa zehn Jahre älter, dafür aber auch einen Kopf kürzer als ich. Wenn ich deinen Fahrkartenkontrolleur auf einem wenig bevölkerten U-Bahnhof (U4, Innsbrucker Platz, ca. 11 Uhr am 20. September 2018) dabei sehe, wie er eine noch einmal um einen Kopf kürzere und (im Vergleich zu ihm) ca. 20 Jahre jüngere Frau mit Gewalt gegen eine Wand drückt, dann werde ich dazwischen gehen […]
  • Apostel Paulus in der Sowjetunion
    Wer auch immer den Spruch «Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen» erfunden und/oder popularisiert hat, möge in einem Zeitraum von mindestens sieben Stunden am eigenen Erbrochenen erstickt sein, und zwar mit einem stumpfen Bleistift im rechten Auge, hinter dem Rücken verbundenen Armen und mit mindestens 79.600 Maden am Leib, die bereits kurz nach dem Erbrechen mit der Leichenbesiedlung begonnen haben. Wer diesen Satz so oder sinngemäß denkt, mündlich oder schriftlich äußert und/oder bei Äußerung durch andere keinen stumpfen Bleistift in das rechte Auge der äußernden Person rammt, möge ebenfalls auf beschriebene Art in eine andere Realität übergehen.
  • Gern geschehen
    Übrigens, Almanlaştıramayacaklarınızdanım.
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